6.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 1

Mein vorheriger Artikel handelte vom ersten Tag im Krankenhaus, den zu erledigenden Formalien und Voruntersuchungen. Im folgenden Artikel berichte ich nun vom wichtigsten Tag im Leben eines Karpaltunnelsyndrom-Patienten, dem Operationstag. In diesem Teil geht es zunächst um all die Dinge, die geschehen, bevor zur eigentlichen Operation geschritten wird.

Kleiderordnung

Mein Zimmergenosse und ich hatten die erste Nacht im Krankenhaus gut verbracht. Zu relativ humaner Zeit (gegen 7 Uhr) wurden wir von einer Schwester geweckt und dann gleich zur Eile angehalten, weil einer von uns der erste OP-Patient des Tages sein sollte. Nach der Morgentoilette gab es drei OP-vorbereitende Maßnahmen:

  • Antitrombose-Strümpfe anziehen
  • das OP-Hemd anziehen (ein Umhang, wie man ihn auch beim Friseur bekommt, der auch auf gleiche Art anzuziehen ist, also vorne zu, hinten offen).
  • eine Art altertümliche Duschhaube als Kopfbedeckung aufsetzen
  • Rasieren der Achselhöhle des zu operierenden Armes

Da der Zeitpunkt des Abrufs zur Operation nicht bekannt war, blieb uns nichts anderes übrig, als in diesem attraktivem Outfit in Bereitschaft zu bleiben.

In Wartestellung im Operationsbereich

Etwa zwei Stunden später wurde dann ich als erster abgeholt. Ich durfte mich in mein Bett legen und selbiges wurde von einer Krankenschwester zuerst in den Aufzug und dann durch diversen Katakomben des Krankenhauses geschoben. Das ist eine merkwürdige Bewegungssituation, die ganz neue Blickperspektiven eröffnet 🙂



Nachdem wir auf diese Art verschiedene Gänge und Türschleusen passiert hatten und dabei reichlich an Wänden und Pfosten angestoßen waren, gelangten wir in einen grossen Saal. In diese Saal standen bereits schätzungsweise zehn Betten inklusive Patienten darin. Im Raum war reges Hin- und Her und Rein- und Rauslaufen von blau gekleidetem Personal und Stationspersonal in weiss. Es waren auch sozusagen Zivilisten anwesend. Das waren offensichtlich Angehörige von Patienten, die ungeplant  angesichts einer akuten Krankheitssituation in diesem Krankenhausbereich gelandet waren.
Nach einem kurzen Augenblick kümmerte sich eine Schwester auch um mich, in dem sie versuche in meiner linken Armbeuge eine Vene zu finden, um die angekündigte Kanüle zu setzen. Rechts wäre bei mir etwas einfacher gewesen, aber da sollte ich ja operiert werden. Wie erwartet, half alles klopfen und mit der Faust pumpen nichts. Die nächste Option in diesem Fall ist dann der Handrücken. Die Schwester traute sich das aber nicht zu und rief einen Kollegen zur Hilfe, der sich als Anästesist vorstellte. Der war auch nicht begeistert, wagte dann aber einen beherzten Stich und war erfolgreich.
Diese Prozedur ist nicht gerade angenehm, aber es war erträglich. An der Kanüle würde sofort ein Tropf mit Kochsalzlösung angeschlossen.

Nun wurde ich in einen kleineren Raum geschoben, der nur Platz für vier Betten bot, die lediglich durch einen Vorhang sichtgeschützt waren. Dort hörte man diverse Geräte piepen, pumpen und pusten. An diese Geräte wurde ich nun auch mittels Saugnäpfen, wie beim EKG, angeschlossen. Ausserdem erhielt ich eine Art Wäscheklammer auf einen Finger gesetzt zur Kontrolle der Blutsauerstoffversorgung und ich erhielt am linken Arm eine Blutdruckmanschette, die durch ein automatisches Blutdruckmessgerät ab und an aufgepumpt wurde.

Im zweiten Teil der „Vorbereitungen am Operationstag“ erfahren Sie, wie es mit der Operation des Karpaltunnelsyndroms weiter ging.


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5.) Der erste Tag im Krankenhaus
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