4.) Voruntersuchung zur Operation im Krankenhaus

St. Antonius Krankenhaus Schleiden - Karpaltunnelsyndrom


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In meinem letzten Artikel zur Diagnose des Karpaltunnelsyndroms beim Neurologen

berichtete ich über die Diagnosemethode der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.Das Ergebnis dieser Untersuchung war im Endeffekt die Einweisung ins Krankenhaus zur Operation.

Das Krankenhaus meiner Wahl stand schnell fest, denn das hiesige Kreiskrankenhaus hat einen hervorragenden Ruf im Fachgebiet Handchirurgie, geleitet durch Dr. med. Peter Funke. Ich kann meinen folgenden Berichten insofern vorgreifen, in dem ich diesen guten Ruf in jeder Hinsicht bestätigen kann.

Weitere Informationen zum Krankenhaus finden Sie hier:
St. Antonius Krankenhaus in Schleiden.


Ich machte telefonisch einen Termin mit der Verwaltung der Hand- und Fußchirurgie aus. Diese Fachabteilung verfügt über eine separate Verwaltung, einen eigenen Untersuchungsbereich und eine eigene Station, sodass ich keine lange Wartezeit für einen Termin in Kauf nehmen musste.

Auch am Voruntersuchungstag selbst musste ich nicht lange warten. Die Untersuchung bestand allerdings lediglich aus einer Sichtkontrolle der Hände und der Klärung einiger  Fragestellungen zum Krankheitsverlauf. Aufgrund des Befundes des Neurologen, bestätigte auch dieser Arzt, dass eine Operation dringend notwendig sei.

Im Folgenden klärte mich der Arzt darüber auf, wie die Operation durchgeführt wird:

Die Anästhesie

Zunächst ist natürlich eine Betäubung (Anästhesie) notwendig. In diesem Fall wird der komplette Arm mittels einer sogenannten Plexusanästhesie betäubt. Dazu wird versucht, den betreffenden Nerv zu betäuben und zwar dort, wo ein ganzes Nervenbündel am leichtesten zugänglich ist und zwar in der Achselhöhle. Der für das Karpaltunnelsyndrom verantwortliche Nerv wird mithilfe vom Stromimpulsen ausfindig gemacht und dann mit einem Betäubungsmittel betäubt.

Diese regionale Anästhesie gelingt in ca. 80% der Fälle, so erklärte mir der Arzt. In den restlichen 20% wurde der Nerv nicht ausreichend betäubt. Das wird kurz vor der Operation getestet. Reicht die Betäubung nicht aus, wird eine Vollnarkose eingeleitet.

Die Operation

Oberhalb des Handgelenks, am Beginn der Lebenslinie, wird unter Blutabschluss ein senkrechter Schnitt von etwas 2-3- cm Länge gemacht. Die Haut wird dort aufgeklappt sodass man Zugang zum Karpalband erhält, das quer über dem betroffenen Nerv liegt. Dieses Band wird mit einem Schnitt gespalten oder komplett durchtrennt, was zur Folge hat, dass der Nerv nun wieder mehr Platz hat.
Der Eingriff dauert ca. 10 Minuten, zählt zu den Standard-Operationen dieses Krankenhaus und wird dort ca. 3-5 mal täglich durchführen. Das schien mir ausreichend Routine zu sein, um der Sache beruhigt entgegen zusehen.

Die Genesungsphase

Verläuft die Operation normal – mit oder ohne Vollnarkose – so kann der Patient i.d.R. noch am gleichen Tag, spätestens aber am nächsten Tag entlassen werden. Die Hand ist dann in einen gepolsterten Verband gewickelt, der von Hausarzt alle paar Tage gewechselt werden soll. Nach ca. 2 Wochen sollen die Fäden gezogen werden. Auch das kann der Hausarzt durchführen.
Arbeitsunfähig ist man ca. 3 Wochen, je nach Arbeitsbelastung für die Hände, auch bis zu 6 Wochen.

Die Formalitäten

Natürlich ließ der Arzt mich auch nicht über die eventuellen Risiken im Unklaren. Zwar würde in aller Regel ein unmittelbares Verschwinden der Symptome, also dem Einschlafen von Fingern, Hand und Arm, eintreten. Dennoch könnte es zu anfänglichem Taubheitsgefühl in der Hand und den Fingern kommen. Unter Umständen könnten Nerven geschädigt werden und diese hätten dann eine sehr lange Genesungszeit. Er wies natürlich auch auf die üblichen, diversen Risiken einer Operation hin, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

Es war klar, dass nicht beide Hände in einer Operation gemacht werden konnten. Ich entschloss mich also, mit der rechten Hand zu beginnen. Der Arzt informierte mich noch darüber, dass die zweite Hand frühestens 6 Wochen nach der ersten Operation in Angriff genommen werden kann.

Zurück in der Verwaltung wurde ein sehr zeitnaher, passender OP-Termin vereinbart.  Dabei hatte ich mit monatelanger Wartezeit gerechnet, aber dem war zum Glück nicht so. Für die Anästhesie bekam ich noch einen Fragebogen mit auf den Weg, den ich bei Antritt im Krankenhaus wieder mitbringen sollte.


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3.) Die Diagnose beim Neurologen
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5.) Der erste Tag im Krankenhaus

5.) Der erste Tag im Krankenhaus

Im vorigen Teil meiner Artikelserien über meine Erfahrungen mit dem Karpaltunnelsyndrom habe ich über den Voruntersuchungstermin im Krankenhaus berichtet. Im folgenden fünften Teil schildere ich meine Erlebnisse am ersten Krankenhaustag.

Formalitäten

Ich hatte Order, mich um Punkt 7.30 Uhr bei der allgemeinen Krankenhausverwaltung am Tag vor dem geplanten Operationstermin einzufinden, was ich tat. Ich musste nicht warten. Die Mitarbeiterin war sehr freundlich und erledigte mit mir souverän diverse Formalitäten (Zuzahlung , Einverständniserklärung, Datenschutzerklärung, Haftungsausschluss bei Diebstahl, zu benachrichtigende Angehörige im Falle, dass… etc.) Sie erklärte mir  zum Schluss, wo die zuständige Station zu finden ist und dass ich dort bereits erwartet würde.

Empfang auf der Station

Auf der Station angekommen, wurde ich in der Tat bereits von einer Schwester namentlich begrüsst und bekam einen Fragebogen in die Hand gedrückt. Ich wurde in die Nähe eines Untersuchungszimmers platziert und gebeten den Fragebogen auszufüllen und bei dem kommenden Gespräch mit dem Arzt abzugeben. Der Fragebogen enthielt diverse Fragen zu Lebensgewohnheiten und Gesundheitszustand und kaum war ich fertig mit ausfüllen, wurde ich auch schon in das Untersuchungszimmer gebeten.
Hier erklärte mir nun ein freundlicher Arzt erneut den Operationsverlauf des Karpaltunnelsyndroms inklusive Risiken und Nebenwirkungen. Im Anschluss musste ich mein Einverständnis zur Operation auf dem Fragebogen per Unterschrift erklären und durfte wieder gehen.

Karpaltunnelsyndrom

Im Bild erkennt man das oberhalb vom Handgelenk querliegende Karpalband und die Nerven, die in die Finger verlaufen. Beim Karpaltunnelsyndrom sind typischerweise die Nerven in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger betroffen.

Die Krankenschwestern erwarteten mich bereits und begleiteten mich zu meinem Zimmer. Da ich gewöhnlicher Kassenpatient war, hatte ich einen Mitbewohner, der auch gerade erst angekommen war und ebenfalls am nächsten Tag operiert werden sollte. Ich war sehr angenehm darüber überrascht, dass es „nur“ ein Zweibett-Zimmer war. Da hatte ich in anderen Krankenhäusern schon ganz  anderes erlebt (vier- und fünf-Bett-Zimmer).

Die Schwester nahm sich Zeit, mit mir den Essenplan durchzugehen, wobei sie gleich klar stellte, dass ich an diesem Abend ab 22.00 Uhr nichts mehr essen und trinken dürfe und es auch am nächsten Tag, also dem Operationstag vor der Operation weder feste noch flüssige Nahrung gäbe. Ok, damit kann ich leben. Alles ist relativ, wenn man auch schon Operationen überstanden hat, vor denen man vorher abführen musste und mehrere Tage nach der Operation kaum etwas essen oder trinken durfte.

EKG und Anästhesiebesprechung

Der Essenplan war gemacht und schon wurde ich zum nächsten Termin zitiert, dem EKG. Dazu musste ich wieder „zurück auf Los“, nämlich zur allgemeinen Verwaltung. Gegenüber lag der EKG-Raum vor dem ich zu warten hatte. Man würde mich aufrufen. Ich vermute, es lag an der Mittagszeit, aber dieses mal musste ich lange warten, bis ich aufgerufen wurde, obwohl ich der einzige Patient im Wartebereich war. Das EKG selbst war in wenigen Minuten erledigt und zeigte keine Besonderheiten.

Mit diesem Ergebnis ging ich zurück zur Station, wo bereits das Mittagessen (Punkt 12.00 Uhr) auf dem Tisch stand. Nun, dieses Essen konnte ich mir natürlich noch nicht aussuchen, aber es war wohl essbar.

Nach dem Essen folgte etwas Smalltalk mit dem Zimmergenossen, der im Prinzip am gleichen Krankheitsproblem litt, jedoch nicht in den Händen, sondern in den Füssen. Eine entsprechenden Operation ist ungleich aufwändiger und man darf anschliessend mehrere Wochen mit einer Beinschiene herumlaufen.

Ein Termin stand noch aus, nämlich der mit dem Anästhesisten. Dieses Gespräch fand nun im Anästhesiebereich des Krankenhauses statt. Der Anästhesist erklärte mir noch einmal ausführlich die Betäubungsmethode, die zur Operation des Karpaltunnelsyndroms notwendig ist. Neben dem bereits bei der Voruntersuchung Erwähntem, informierte er noch darüber, dass an dem nicht operierte Arm eine Kanüle gelegt würde, die zur Versorgung mit Narkosemittel oder Medikamenten dient.
Das ist für mich immer etwas beunruhigend, weil ich weiß, dass man bei mir so schlecht geeignete Venen findet und ich immer mehrere Stechversuche über mich ergehen lassen muss.

Der Arzt legte noch fest, welche meiner eigenen Medikamente ich wann nehmen soll und erklärte mir, dass ich weitere Medikamente (Schmerzmittel Ibuprofen) vom Krankenhaus bekommen würde.
Auch hier durfte ich meine Zustimmung durch Unterschrift auf dem Aufklärungsformular erklären und war für den Rest des Tages entlassen.

Diesen restlichen Tages verbrachte ich mit Unterhaltung mit dem Zimmergenossen, Abendessen, Lesen und Wanderungen durchs Krankenhaus.


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6.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 1

9.) Offene Operation des Karpaltunnelsyndroms unter Vollnarkose

Im letzten Artikel habe ich über einen kleinen menschlichen Zwischenfall kurz vor Beginn der Operation des Karpaltunnelsyndroms berichtet. Heute nun schildere ich, wie sich die Operation aus meiner Sicht als Patient abgespielt hat.

Die Toilettenaktion war perfektes timing, denn kaum lag ich wieder im Bett, kam auch der Startschuss zur OP. Ich wurde erneut in einen anderen Raum geschoben. Dort musste ich mein Bett verlassen und auf den daneben stehenden Operationstisch klettert. Das war nicht so einfach, weil der Operationstisch fast hüfthoch war und weil ich mich auf dem rechten, betäubten Arm nicht abstützen konnte. Aber mit einigen helfenden Händen und einer von einer Schwester erklärten Klettertechnik, gelang es letztendlich. Der Operationstisch stellte sich als derart unbequem heraus, dass ich augenblicklich Rückenschmerzen bekam, obwohl ich damit sonst kaum Probleme habe.
Nun wurde ich in den eigentlichen Operationsraum geschoben und wieder an den bereits bekannten Geräten angeschlossen. Zu meiner Linken nahm der Anästhesist platzt und an meinem rechten Arm machten sich zwei Chirurgen zu schaffen. Hand und Unterarm wurden reichlich mit Desinfektionsmittel (sehr orange!) gebadet.
Als nächstes ging es um die Fragestellung, ob die Betäubung ausreicht. Ich konnte alle Berührungen sehr deutlich spüren. Offenbar ist es aber ganz normal, dass man trotz Betäubung eine Berührungsempfindlichkeit hat.

Allerdings spürte ich auch die Schmerztests, die gemacht wurden als leichtes Picksen und das war wohl leider nicht gut. Obwohl ich heldenhaft erklärte, dass ich es aushalten würde, wenn es nicht schlimmer wird, waren die Ärzte der Meinung, dass es doch nicht ohne eine Vollnarkose gehen würde. Sie erklärten mir, wie bereits beim Narkosevorgespräch, dass sie nun eine Vollnarkose einleiten werden und dass dann zur Beatmung ein sogenannter Tubus in Mund und Hals eingeführt wird. Das kann später nach dem Aufwachen zu leichten Halsschmerzen und Heiserkeit führen.

Das Narkosemittel wurde also durch die bereits gelegte Kanüle der anderen Hand eingeleitet. Man verspürt ein merkwürdiges Kribbeln im Kopf, merkt wie die Sinne schwinden und in wenigen Sekunden ist man weg.

Meine zweite Operation (linke Hand) des Karpaltunnelsyndroms, die ich ca. sechs Monate später im gleichen Krankenhaus durchführen ließ, verlief bis zu diesem Moment etwas gleich. Dieses Mal allerdings reichte die regionale Betäubung aus und ich wurde ohne Vollnarkose operiert. Hierüber berichte ich in Kapitel 10.

 

Aufwachen!

Mexikoohoohoo, Mexiko, Mexikoooo!
„Das kenne ich, das sind die Les Humphries Singers, irgendwann Anfang der 80iger Jahre…“

Die Sonne schien mir ins Gesicht, ich fühlte mich ungewöhlich gemütlich und zufrieden und freute mich über die Musik. Dann fiel mein Blick auf eine Uhr an der Wand mir gegenüber. Kurz vor zwölf Uhr. Überraschend beugte sich eine Frau über mich und fragte, ob es mir übel sei oder ob ich Schmerzen habe. In diesem Moment wurde ich hellwach und mir war klar, dass ich mich auf der Intensivstation des Krankenhauses befand. Schmerzen hatte ich, aber nur im Rücken von dem harten Operationstisch. Meine Hand, die dick verbunden war, schmerzte überhaupt nicht. Übel war mir auch nicht, aber ich hatte einen Mordshunger. Als könne die Schwester Gedanken lesen, sagt Sie mir, dass ich mich anziehen (meine Sachen waren bereits da) und hinauf in mein Zimmer gehen könne. Das Essen sei schon da und ich solle viel trinken und etwas herumlaufen.

Dritter Verband nach Operation des Karpaltunnelsyndroms (10 Tage nach der OP)

Der erste Verbandswechsel findet am Tag nach der Operation des Karpaltunnelsyndroms statt. Danach ca. alle 5 Tage. Der Verband dient hauptsächlich als Schmutz- und Stoßschutz.


Ich fühlte mich wirklich fit und tat wie mir geheissen. Mein Zimmernachbar war inzwischen auch zur Operation gebracht worden, sodass ich den Nachmittag mit Lesen und Spazieren gehen verbrachte. Auf meinem Betttisch fand ich die angekündigten Medikamente, die ich weisungsgemäß einnahm.

An diesem Tag wurde ich noch nicht entlassen. Das hätte auch keinen Sinn gemacht, weil routinemässig am nächsten Morgen die Nachuntersuchungen der stationären Operationsfälle stattfindet und zu dieser Untersuchung hätte ich dann extra von zuhause wieder anreisen müssen.


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8.) Vorbereitungen zur Operation Teil 3 – Intermezzo
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10.) Offene Operation des Karpaltunnelsyndroms mit regionaler Betäubung

10.) Offene Operation des Karpaltunnelsyndroms mit regionaler Anästhesie

In Artikel Nr. 9 meines Berichts über die Operation des Karpaltunnelsyndroms schilderte ich den Verlauf meiner ersten Operation, der rechten Hand. Diese Operation wurde unter Vollnarkose vorgenommen, weil die regionale Betäubung des Armes nicht ausreichte.

Bei der zweiten Operation, ca. 6 Monate später, gelang aber die regionale Narkose und so konnte ich unmittelbar mit erleben, was während der Operation geschah. Wie die regionale Narkose erfolgt, können Sie  unter 7.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 2 – Regionale Narkose nachlesen.


Nach dem ich nun im Operationsraum lag und wieder an Blutdruckgerät etc. angeschlossen und die Hand desinfiziert war, kam es zur Überprüfung, ob die Betäubung ausreicht. Wie bereits bei der ersten Operation (der rechten Hand) konnte ich alle Berührungen sehr deutlich spüren, was normal ist. Bei den Tests auf Schmerzempfindlichkeit spürte ich jedoch, im Gegensatz zum vorigen Mal, nichts, so dass klar war, dass dieses Mal ohne Vollnarkose zur Tat geschritten werden konnte.

Es waren ein Arzt und eine Ärztin anwesend. Die Ärztin begann damit, meinen Arm mit einer Art Verband aus dickem Gummi von der Hand aus in Richtung Schulter fest einzuwickeln. Mir wurde schnell klar, dass die Ärztin noch nicht über all zu große Erfahrung verfügte, denn sie wurde ab und an von ihrem Kollegen etwas korrigiert. Am Oberarm wurde nun noch eine abbindende Manschette angebracht und die Gummiwicklung wieder entfernt. Mit dieser Technik wird erreicht, dass das Operationsgebiet möglichst blutfrei ist.
Bis dahin durfte ich mir die Vorbereitungen noch ansehen, doch dann wurde meine Sicht mit Tüchern versperrt. Es folgten noch einige Handgriffe, die ich aber nicht zuordnen könnte und dann sagte der Chirurg, „Wir beginnen jetzt mit dem Eingriff“.
Reflexartig spannte ich meine linke Schulter und somit den ganzen Arm an, obwohl ich ansonsten eigentlich ganz gelassen war. Der Operateur erklärte in ruhiger, routinierter Stimmlage, dass er jetzt den Schnitt machen würde. Das konnte ich auch spüren, aber natürlich nicht als Schmerz, sondern nur als würde mir jemand ganz leicht über die Hand streichen. Dann nahm ich wahr, dass er nun im inneren der Hand mit irgendeinem Instrument arbeitete. Er erklärte der Kollegin mit sehr gedämpfter Stimme sein Vorgehen, während ich eine gleichmäßige Hin- und Herbewegung des Scalpels spürte. Nach eine kurzen Pause wurde diese Bewegung fortgesetzt. Dieses mal aber war es ein deutliches Rupfen und Zupfen und ich erlaubte mir die Bemerkung, dass wohl jetzt jemand anderes zu Werke sei. Die beiden leugneten das zwar nicht, unterhielten sich aber fortan noch leiser, um wohl den aufmerksamen Patienten nicht weiter zu beunruhigen. Der Anästhesist, der zu meiner Rechten saß, sah sich offenbar nun veranlasst, mich durch allerlei lockere und witzige Bemerkungen vom Geschehen abzulenken. Dabei war ich kaum nervös, sondern eher interessiert. Dennoch stieg mein Blutdruck wohl etwas und der Anästhesist erklärte mir, dass er mir durch die Kanüle ein blutdrucksenkendes Medikament geben würde.


„Wir nähen jetzt zu“, hörte ich den Arzt sagen. Davon spürte ich überhaupt nichts. Ebenso war nichts vom Verbinden der Hand zu bemerken.
Ich wurde von allen  Gerätschaften befreit und wieder ins das Vorzimmer des Operationsraums geschoben und dort in mein Bett verfrachtet.
Die Operation selbst hat, wie angekündigt, ca. 10 Minuten gedauert. Ich hatte vorher noch nie eine Operation bei vollem Bewusstsein erlebt und war deshalb neugierig gespannt. Überrascht war ich davon, dass es während der Operation in den Gesprächen des anwesenden Personals recht locker zuging, während gleichzeitig aber auch konzentriert gearbeitet wurde. Es herrschte eine entspannte, lockere Atmosphäre, obwohl ich wusste, dass an diesem Tag eigentlich eine ziemliche Hektik im OP herrschte.

Nach kurzer Wartezeit im grossen Wartesaal holte mich eine Stationsschwester ab und schob mich zurück durch die Krankenhauskatakomben in mein Zimmer. Nach einer kurzen Ruhepause war meine erste Amtshandlung, mich wieder zivilisiert anzuziehen. Im Anschluss an das Mittagessen wurde die Kanüle im rechten Arm gezogen, dann kam Besuch und den restlichen Tag verbrachte ich mit Lesen und  Fernsehen.
Ich hatte keinerlei Schmerzen in der Hand und das blieb auch so.


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9.) Offene Operation des Karpaltunnelsyndroms unter Vollnarkose
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11.) Nachbehandlung und Genesungsprozeß