In Lank wird nicht nur Rheuma behandelt

Kurzmitteilung

In Lank wird nicht nur Rheuma behandelt
In Lank wird nicht nur Rheuma behandelt
Westdeutsche Zeitung
Ulrike Stefes leidet unter dem sogenannten Karpaltunnel-Syndrom. „Dabei ist ein Nerv in Höhe des Handgelenks eingeengt. Dies führt zu oft auch nachts 

Karpaltunnel-Syndrom: Wann muss operiert werden?

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Karpaltunnel-Syndrom: Wann muss operiert werden?

Karpaltunnel-Syndrom: Wann muss operiert werden?

mp Duisburg – Wenn die Hand nachts häufig einschläft, kann ein Karpaltunnel-Syndrom vorliegen. Der Facharzt für Neurochirurgie, Matthias Volz, 

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Antworten rund um das Karpaltunnelsyndrom

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Das ist eigentlich gesund, dennoch bergen Tennisschläger und Rennradlenker für rund zehn Prozent der Sportler ein Risiko: ein Karpaltunnelsyndrom (KS) als 

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Karpaltunnel-Syndrom: Wie kann man eine OP umgehen?

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Karpaltunnel-Syndrom: Wie kann man eine OP umgehen?

Karpaltunnel-Syndrom: Wie kann man eine OP umgehen? Gibt es … Meine Tante hat bereits Kribbeln in den Fingern, die Nerven (oder ein Nerv?) sei eingeklemmt. Sie will sich aber erstmal nicht operieren lassen, weil ihr Bruder … www.gesundheitsfrage.net/…/karpaltunnel-syndrom-wie-kann-…

2.) Woher weiß man, dass man ein Karpaltunnelsyndrom hat?


In meinem Einführungsartikel habe ich bereits einige Informationen über das Karpaltunnelsyndrom gegeben. Hier möchte meine eigene Vorgeschichte schildern.

Das mal einzelne Finger oder die ganze Hand einschläft, besonders nachts, ist wohl relativ normal und sicher noch nicht besorgniserregend. Zum ersten Mal wirklich störend und beeinträchtigend wurde das bei mir vor einigen Jahren und zwar beim Motorrad fahren.

Einschlafende Hände

Ich hatte mir eine grosse gebrauchte BMW gekauft, hatte aber von Anfang an Schwierigkeiten mit der Sitzposition. Ich versuchte es mit diversen Umbauten wie Sitz tiefer legen und Lenker höher legen, aber irgendwie kam ich zu keiner optimal entspannten Sitzhaltung. Das hatte zur Folge, dass das Gewicht meines Oberkörpers beim Fahren auf den abgeknickten Handgelenken lastete. Ich bin zu dieser Zeit dennoch fast täglich einige Stunden mit der Maschine unterwegs gewesen und ich könnte mir vorstellen, dass hier auch eine Ursache für die Erkrankung lag.

Mit der Zeit schliefen mir die Hände während der Fahrt ein. Anfänglich nur bei langen Touren, später praktisch schon nach den ersten Kilometern. Immer wieder Ausschütteln der Hände und kneten, wenn ich mal gerade an einer Ampel stand half nur noch für dem Moment. Da ich dieses Einschlafproblem nur beim Motorrad fahren hatte, schob ich es auf die schlechte Sitzposition. Ich verkaufte die Maschine, weil ich mich darauf nicht mehr sicher fühlte. Es ist nicht besonders lustig, eine 300 kg Maschine zu bewegen, ohne Gefühl in den Händen zu haben.

Schmerzen und keine Kraft mehr in den Händen

Aber auch bei einem anderen Hobby, dem Brennholz produzieren, stieß ich mehr und mehr auf Schwierigkeiten, die durch das Karpaltunnelsyndrom verursacht wurden. Ich konnte die Kettensäge nicht nur nicht mehr halten, weil mir die Hände einschliefen. Ich verlor auch immer mehr die Kraft, die Säge zu führen und zu heben und hatte starke Schmerzen in den Händen. Zu dieser Zeit bemerkte ich auch, dass Daumen, Zeige- und Mittelfinger meiner rechten Hand sich immer mehr „samtig“ anfühlten und ich kleine Gegenstände nicht mehr korrekt greifen konnte, weil ich nicht spürte, ob ich sie nun festhielt oder nicht. Umgekehrt kam es immer öfters vor, dass mir Dinge aus der Hand fielen, weil ich dachte, ich hätte sie fest gegriffen, was aber ein Trugschluss war. Mir war das sprichwörtliche Fingerspitzengefühl abhanden gekommen!

Nächtliche Schmerzen und Einschlafen des ganzen Armes

Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass auch Fahrradfahren und Gartenarbeit mit Werkzeugen nicht mehr möglich war und zum Schluss auch telefonieren, schreiben und das Benutzer der Computermaus mühsam und schmerzhaft wurden. Der Begriff Karpaltunnelsyndrom tauchte dann bei Internetrecherchen der Symptome auf, aber ich schob die Thematik noch so lange von mir weg, bis ich recht plötzlich auch Nachts von heftigen Schmerzen im eingeschlafenen Arm, oft auch beiden Armen, wach wurde. Dieser Zustand verschlimmerte sich recht schnell und ich entschloss mich nun endlich zu handeln.

In den folgenden neun Artikeln berichte ich ausführlich über meine persönlichen Erfahrungen mit dem Karpaltunnelsyndrom insbesondere vor, während und nach der Operation. Wenn Sie sich an dieser Stelle schnell einen allgemeinen Überblick zum Thema verschaffen wollen, dann schauen Sie sich bitte das folgende Video an:

Wenn die Hand schlapp macht (Quelle: Bayerisches Fernsehen)


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1.) Was ist das Karpaltunnelsyndrom?
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3.) Die Diagnose beim Neurologen

 

3.) Die Diagnose beim Neurologen

Nachdem nun die Symptome, wie im vorherigen Teil meines Berichtes beschrieben, so extrem wurden, entschloss ich mich, meinen Hausarzt um Rat zu fragen. Er diagnostizierte erwartungsgemäß auch auf Karpaltunnelsyndrom. Allerdings erklärte er, dass auch Bandscheibenprobleme oder Halswirbelprobleme Ursachen sein könnten.

Neurologische Untersuchung

Um abzuklären, ob es sich wirklich um eine Verengung des Karpaltunnels handelt, überwies er mich zum Neurologen. Erfreulicherweise bekam ich dort recht schnell einen Untersuchungstermin.


Bei dieser Untersuchung wird die Nervenleitgeschwindigkeit mittels Stromfluss gemessen. Man bekommt ein paar kleine Elektroden an verschiedenen Stellen der Hand aufgeklebt. Die Elektroden sind per Kabel mit einem Messgerät verbunden, das den Wert der Nervenleitgeschwindigkeit erfasst. Diese ist anhand einer Kurve und eines Wertes abzulesen. Der Neurologe erkennt anhand von Referenzwerten die Ausprägung der Erkrankung des „Nervus medianus“.
In meinem Fall waren die Werte der rechten Hand so hoch, dass er zu sofortiger Operation riet und auch mit der linken Hand solle ich nicht mehr all zulange warten.
Die Untersuchung würde ich nicht direkt  als schmerzhaft beschreiben, aber das durch den Stromimpuls ausgelöste Zucken der Finger ist auch nicht angenehm. Die Prozedur ist aber sehr schnell vorbei und es ist keinesfalls eine Untersuchung, vor der man Angst haben muss.
Mit dem Befund ging ich also wieder zurück zu meinem Hausarzt, der mir eine Einweisung ins Krankenhaus ausstellte.

 

Karpatunnelsyndrom

Das Karpalband, das bei der Operation durchtrennt wird, damit der darunterliegende Nerv wieder Platz bekommt, ist gelb markiert.

 

Exkurs: Sulcus-ulnaris-Syndrom

Als ich anlässlich der zweiten Operation, also der linken Hand, im OP-Vorgespräch im Krankenhaus erwähnte, dass mir auch ab und zu der Ringfinger und der kleine Finger einschlafen, beschloss der Arzt spontan, dass ich eine erneute Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit durchführen lassen sollte. Er erklärte mir, dass für diese beiden Finger ein anderer Nerv, der in einer Vertiefung des Ellenbogengelenks liegt, zuständig ist und man in diesem Fall von einem Sulcus-ulnaris-Syndrom spricht. Sollte sich bei der Kontrollmessung dort auch eine Verengung herausstellen, so könne man das direkt mitoperieren. Allerdings, so erklärte er mir, sei diese Operation aufwändiger und der Arm müsse dann einige Wochen geschient werden.

Darauf war ich nicht vorbereitet und ich war mir auch gar nicht sicher, ob ich das zu diesem Zeitpunkt machen lassen wollte. Dennoch wurde das Vorgespräch abgebrochen und ich begab mich erneut zum Neurologen, der mir, durch das Krankenhaus organisiert, sofort einen Termin gab. Er untersuchte ebenfalls mit der beschriebenen Methode den Nerv in der Armbeuge und auch erneut den  „Nervus medianus“ der linken Hand. Das Ergebnis war, dass der Nerv in der Armbeuge unauffällig war, dafür aber die Schädigung durch das Karpaltunnelsyndrom seit der letzten Messung, ein halbes Jahr zuvor, erheblich fortgeschritten war. Es blieb also zum Glück alles beim geplanten Operationsverlauf. Allerdings deutet das Einschlafen des kleinen und des Mittelfingers auf Halswirbelsäulenprobleme hin. Aber das ist ja ein ganz andere Baustelle.



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vorheriger Bericht:
2.) Woher weiss man, dass man ein Karpaltunnelsyndrom hat?
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4.) Voruntersuchungstermin im Krankenhaus

 

4.) Voruntersuchung zur Operation im Krankenhaus

St. Antonius Krankenhaus Schleiden - Karpaltunnelsyndrom


Im Menü Fachbereiche geht’s zur Abteilung „Plastische-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie des Krankenhauses Schleiden.

In meinem letzten Artikel zur Diagnose des Karpaltunnelsyndroms beim Neurologen

berichtete ich über die Diagnosemethode der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.Das Ergebnis dieser Untersuchung war im Endeffekt die Einweisung ins Krankenhaus zur Operation.

Das Krankenhaus meiner Wahl stand schnell fest, denn das hiesige Kreiskrankenhaus hat einen hervorragenden Ruf im Fachgebiet Handchirurgie, geleitet durch Dr. med. Peter Funke. Ich kann meinen folgenden Berichten insofern vorgreifen, in dem ich diesen guten Ruf in jeder Hinsicht bestätigen kann.

Weitere Informationen zum Krankenhaus finden Sie hier:
St. Antonius Krankenhaus in Schleiden.


Ich machte telefonisch einen Termin mit der Verwaltung der Hand- und Fußchirurgie aus. Diese Fachabteilung verfügt über eine separate Verwaltung, einen eigenen Untersuchungsbereich und eine eigene Station, sodass ich keine lange Wartezeit für einen Termin in Kauf nehmen musste.

Auch am Voruntersuchungstag selbst musste ich nicht lange warten. Die Untersuchung bestand allerdings lediglich aus einer Sichtkontrolle der Hände und der Klärung einiger  Fragestellungen zum Krankheitsverlauf. Aufgrund des Befundes des Neurologen, bestätigte auch dieser Arzt, dass eine Operation dringend notwendig sei.

Im Folgenden klärte mich der Arzt darüber auf, wie die Operation durchgeführt wird:

Die Anästhesie

Zunächst ist natürlich eine Betäubung (Anästhesie) notwendig. In diesem Fall wird der komplette Arm mittels einer sogenannten Plexusanästhesie betäubt. Dazu wird versucht, den betreffenden Nerv zu betäuben und zwar dort, wo ein ganzes Nervenbündel am leichtesten zugänglich ist und zwar in der Achselhöhle. Der für das Karpaltunnelsyndrom verantwortliche Nerv wird mithilfe vom Stromimpulsen ausfindig gemacht und dann mit einem Betäubungsmittel betäubt.

Diese regionale Anästhesie gelingt in ca. 80% der Fälle, so erklärte mir der Arzt. In den restlichen 20% wurde der Nerv nicht ausreichend betäubt. Das wird kurz vor der Operation getestet. Reicht die Betäubung nicht aus, wird eine Vollnarkose eingeleitet.

Die Operation

Oberhalb des Handgelenks, am Beginn der Lebenslinie, wird unter Blutabschluss ein senkrechter Schnitt von etwas 2-3- cm Länge gemacht. Die Haut wird dort aufgeklappt sodass man Zugang zum Karpalband erhält, das quer über dem betroffenen Nerv liegt. Dieses Band wird mit einem Schnitt gespalten oder komplett durchtrennt, was zur Folge hat, dass der Nerv nun wieder mehr Platz hat.
Der Eingriff dauert ca. 10 Minuten, zählt zu den Standard-Operationen dieses Krankenhaus und wird dort ca. 3-5 mal täglich durchführen. Das schien mir ausreichend Routine zu sein, um der Sache beruhigt entgegen zusehen.

Die Genesungsphase

Verläuft die Operation normal – mit oder ohne Vollnarkose – so kann der Patient i.d.R. noch am gleichen Tag, spätestens aber am nächsten Tag entlassen werden. Die Hand ist dann in einen gepolsterten Verband gewickelt, der von Hausarzt alle paar Tage gewechselt werden soll. Nach ca. 2 Wochen sollen die Fäden gezogen werden. Auch das kann der Hausarzt durchführen.
Arbeitsunfähig ist man ca. 3 Wochen, je nach Arbeitsbelastung für die Hände, auch bis zu 6 Wochen.

Die Formalitäten

Natürlich ließ der Arzt mich auch nicht über die eventuellen Risiken im Unklaren. Zwar würde in aller Regel ein unmittelbares Verschwinden der Symptome, also dem Einschlafen von Fingern, Hand und Arm, eintreten. Dennoch könnte es zu anfänglichem Taubheitsgefühl in der Hand und den Fingern kommen. Unter Umständen könnten Nerven geschädigt werden und diese hätten dann eine sehr lange Genesungszeit. Er wies natürlich auch auf die üblichen, diversen Risiken einer Operation hin, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

Es war klar, dass nicht beide Hände in einer Operation gemacht werden konnten. Ich entschloss mich also, mit der rechten Hand zu beginnen. Der Arzt informierte mich noch darüber, dass die zweite Hand frühestens 6 Wochen nach der ersten Operation in Angriff genommen werden kann.

Zurück in der Verwaltung wurde ein sehr zeitnaher, passender OP-Termin vereinbart.  Dabei hatte ich mit monatelanger Wartezeit gerechnet, aber dem war zum Glück nicht so. Für die Anästhesie bekam ich noch einen Fragebogen mit auf den Weg, den ich bei Antritt im Krankenhaus wieder mitbringen sollte.


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3.) Die Diagnose beim Neurologen
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5.) Der erste Tag im Krankenhaus

5.) Der erste Tag im Krankenhaus

Im vorigen Teil meiner Artikelserien über meine Erfahrungen mit dem Karpaltunnelsyndrom habe ich über den Voruntersuchungstermin im Krankenhaus berichtet. Im folgenden fünften Teil schildere ich meine Erlebnisse am ersten Krankenhaustag.

Formalitäten

Ich hatte Order, mich um Punkt 7.30 Uhr bei der allgemeinen Krankenhausverwaltung am Tag vor dem geplanten Operationstermin einzufinden, was ich tat. Ich musste nicht warten. Die Mitarbeiterin war sehr freundlich und erledigte mit mir souverän diverse Formalitäten (Zuzahlung , Einverständniserklärung, Datenschutzerklärung, Haftungsausschluss bei Diebstahl, zu benachrichtigende Angehörige im Falle, dass… etc.) Sie erklärte mir  zum Schluss, wo die zuständige Station zu finden ist und dass ich dort bereits erwartet würde.

Empfang auf der Station

Auf der Station angekommen, wurde ich in der Tat bereits von einer Schwester namentlich begrüsst und bekam einen Fragebogen in die Hand gedrückt. Ich wurde in die Nähe eines Untersuchungszimmers platziert und gebeten den Fragebogen auszufüllen und bei dem kommenden Gespräch mit dem Arzt abzugeben. Der Fragebogen enthielt diverse Fragen zu Lebensgewohnheiten und Gesundheitszustand und kaum war ich fertig mit ausfüllen, wurde ich auch schon in das Untersuchungszimmer gebeten.
Hier erklärte mir nun ein freundlicher Arzt erneut den Operationsverlauf des Karpaltunnelsyndroms inklusive Risiken und Nebenwirkungen. Im Anschluss musste ich mein Einverständnis zur Operation auf dem Fragebogen per Unterschrift erklären und durfte wieder gehen.

Karpaltunnelsyndrom

Im Bild erkennt man das oberhalb vom Handgelenk querliegende Karpalband und die Nerven, die in die Finger verlaufen. Beim Karpaltunnelsyndrom sind typischerweise die Nerven in Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger betroffen.

Die Krankenschwestern erwarteten mich bereits und begleiteten mich zu meinem Zimmer. Da ich gewöhnlicher Kassenpatient war, hatte ich einen Mitbewohner, der auch gerade erst angekommen war und ebenfalls am nächsten Tag operiert werden sollte. Ich war sehr angenehm darüber überrascht, dass es „nur“ ein Zweibett-Zimmer war. Da hatte ich in anderen Krankenhäusern schon ganz  anderes erlebt (vier- und fünf-Bett-Zimmer).

Die Schwester nahm sich Zeit, mit mir den Essenplan durchzugehen, wobei sie gleich klar stellte, dass ich an diesem Abend ab 22.00 Uhr nichts mehr essen und trinken dürfe und es auch am nächsten Tag, also dem Operationstag vor der Operation weder feste noch flüssige Nahrung gäbe. Ok, damit kann ich leben. Alles ist relativ, wenn man auch schon Operationen überstanden hat, vor denen man vorher abführen musste und mehrere Tage nach der Operation kaum etwas essen oder trinken durfte.

EKG und Anästhesiebesprechung

Der Essenplan war gemacht und schon wurde ich zum nächsten Termin zitiert, dem EKG. Dazu musste ich wieder „zurück auf Los“, nämlich zur allgemeinen Verwaltung. Gegenüber lag der EKG-Raum vor dem ich zu warten hatte. Man würde mich aufrufen. Ich vermute, es lag an der Mittagszeit, aber dieses mal musste ich lange warten, bis ich aufgerufen wurde, obwohl ich der einzige Patient im Wartebereich war. Das EKG selbst war in wenigen Minuten erledigt und zeigte keine Besonderheiten.

Mit diesem Ergebnis ging ich zurück zur Station, wo bereits das Mittagessen (Punkt 12.00 Uhr) auf dem Tisch stand. Nun, dieses Essen konnte ich mir natürlich noch nicht aussuchen, aber es war wohl essbar.

Nach dem Essen folgte etwas Smalltalk mit dem Zimmergenossen, der im Prinzip am gleichen Krankheitsproblem litt, jedoch nicht in den Händen, sondern in den Füssen. Eine entsprechenden Operation ist ungleich aufwändiger und man darf anschliessend mehrere Wochen mit einer Beinschiene herumlaufen.

Ein Termin stand noch aus, nämlich der mit dem Anästhesisten. Dieses Gespräch fand nun im Anästhesiebereich des Krankenhauses statt. Der Anästhesist erklärte mir noch einmal ausführlich die Betäubungsmethode, die zur Operation des Karpaltunnelsyndroms notwendig ist. Neben dem bereits bei der Voruntersuchung Erwähntem, informierte er noch darüber, dass an dem nicht operierte Arm eine Kanüle gelegt würde, die zur Versorgung mit Narkosemittel oder Medikamenten dient.
Das ist für mich immer etwas beunruhigend, weil ich weiß, dass man bei mir so schlecht geeignete Venen findet und ich immer mehrere Stechversuche über mich ergehen lassen muss.

Der Arzt legte noch fest, welche meiner eigenen Medikamente ich wann nehmen soll und erklärte mir, dass ich weitere Medikamente (Schmerzmittel Ibuprofen) vom Krankenhaus bekommen würde.
Auch hier durfte ich meine Zustimmung durch Unterschrift auf dem Aufklärungsformular erklären und war für den Rest des Tages entlassen.

Diesen restlichen Tages verbrachte ich mit Unterhaltung mit dem Zimmergenossen, Abendessen, Lesen und Wanderungen durchs Krankenhaus.


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4.) Voruntersuchung im Krankenhaus
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6.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 1

6.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 1

Mein vorheriger Artikel handelte vom ersten Tag im Krankenhaus, den zu erledigenden Formalien und Voruntersuchungen. Im folgenden Artikel berichte ich nun vom wichtigsten Tag im Leben eines Karpaltunnelsyndrom-Patienten, dem Operationstag. In diesem Teil geht es zunächst um all die Dinge, die geschehen, bevor zur eigentlichen Operation geschritten wird.

Kleiderordnung

Mein Zimmergenosse und ich hatten die erste Nacht im Krankenhaus gut verbracht. Zu relativ humaner Zeit (gegen 7 Uhr) wurden wir von einer Schwester geweckt und dann gleich zur Eile angehalten, weil einer von uns der erste OP-Patient des Tages sein sollte. Nach der Morgentoilette gab es drei OP-vorbereitende Maßnahmen:

  • Antitrombose-Strümpfe anziehen
  • das OP-Hemd anziehen (ein Umhang, wie man ihn auch beim Friseur bekommt, der auch auf gleiche Art anzuziehen ist, also vorne zu, hinten offen).
  • eine Art altertümliche Duschhaube als Kopfbedeckung aufsetzen
  • Rasieren der Achselhöhle des zu operierenden Armes

Da der Zeitpunkt des Abrufs zur Operation nicht bekannt war, blieb uns nichts anderes übrig, als in diesem attraktivem Outfit in Bereitschaft zu bleiben.

In Wartestellung im Operationsbereich

Etwa zwei Stunden später wurde dann ich als erster abgeholt. Ich durfte mich in mein Bett legen und selbiges wurde von einer Krankenschwester zuerst in den Aufzug und dann durch diversen Katakomben des Krankenhauses geschoben. Das ist eine merkwürdige Bewegungssituation, die ganz neue Blickperspektiven eröffnet 🙂



Nachdem wir auf diese Art verschiedene Gänge und Türschleusen passiert hatten und dabei reichlich an Wänden und Pfosten angestoßen waren, gelangten wir in einen grossen Saal. In diese Saal standen bereits schätzungsweise zehn Betten inklusive Patienten darin. Im Raum war reges Hin- und Her und Rein- und Rauslaufen von blau gekleidetem Personal und Stationspersonal in weiss. Es waren auch sozusagen Zivilisten anwesend. Das waren offensichtlich Angehörige von Patienten, die ungeplant  angesichts einer akuten Krankheitssituation in diesem Krankenhausbereich gelandet waren.
Nach einem kurzen Augenblick kümmerte sich eine Schwester auch um mich, in dem sie versuche in meiner linken Armbeuge eine Vene zu finden, um die angekündigte Kanüle zu setzen. Rechts wäre bei mir etwas einfacher gewesen, aber da sollte ich ja operiert werden. Wie erwartet, half alles klopfen und mit der Faust pumpen nichts. Die nächste Option in diesem Fall ist dann der Handrücken. Die Schwester traute sich das aber nicht zu und rief einen Kollegen zur Hilfe, der sich als Anästesist vorstellte. Der war auch nicht begeistert, wagte dann aber einen beherzten Stich und war erfolgreich.
Diese Prozedur ist nicht gerade angenehm, aber es war erträglich. An der Kanüle würde sofort ein Tropf mit Kochsalzlösung angeschlossen.

Nun wurde ich in einen kleineren Raum geschoben, der nur Platz für vier Betten bot, die lediglich durch einen Vorhang sichtgeschützt waren. Dort hörte man diverse Geräte piepen, pumpen und pusten. An diese Geräte wurde ich nun auch mittels Saugnäpfen, wie beim EKG, angeschlossen. Ausserdem erhielt ich eine Art Wäscheklammer auf einen Finger gesetzt zur Kontrolle der Blutsauerstoffversorgung und ich erhielt am linken Arm eine Blutdruckmanschette, die durch ein automatisches Blutdruckmessgerät ab und an aufgepumpt wurde.

Im zweiten Teil der „Vorbereitungen am Operationstag“ erfahren Sie, wie es mit der Operation des Karpaltunnelsyndroms weiter ging.


Hier geht’s weiter:

vorheriger Bericht:
5.) Der erste Tag im Krankenhaus
nächster Bericht:
7.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 2

7.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 2 – Regionale Narkose

In meinem Erfahrungsbericht Nr. 6 Teil 1 zum Karpaltunnelsyndrom habe ich aus meinem Erleben als Patient berichtet, wie ich die Vorbereitungen zur Operation wahrgenommen habe. Im heutigen siebten Bericht, erfahren Sie im Teil 2, wie es mit diesen vorbereitenden Maßnahmen weiter ging.


Während ich in dem kleinen Behandlungsraum vor dem Operationssaal auf den nächsten Akt in Sachen Karpaltunnelsyndrom wartete, fand ich es sehr interessant, den Ablauf in diesem Krankenhausbereich beobachten bzw. mithören zu können. Permanent lief verschiedenes Personal in blau oder weiß gekleidet herum, sprach immer sehr freundlich und einfühlsam mit den Patienten und erkundigte sich bei jedem einzelnen immer wieder nach dessen Wohlbefinden. Ich spreche an dieser Stelle sehr gerne ein dickes Lob an die Menschen aus, die ich dort „unten“ erleben durfte. Es geht dort für meine Begriffe sehr hektisch zu, aber scheinbar hat jeder seine Arbeit perfekt im Griff und schafft es auch noch, gute Stimmung und Gelassenheit zu verbreiten. Respekt!
Als sei dies nicht schon genug Herausforderung, hatten die Pfleger und Schwestern auch noch mit einer offenbar kürzlich neu angeschafften Software für diesen Bereich zu kämpfen. Amüsiert hörte ich zu, wie fantasievoll gerätselt wurde, wo man was eingeben muss, warum Masken nicht mehr auffindbar waren oder sich anders verhielten als erwartet.

Regionale Narkose

Nach relativ langer Wartezeit kam dann der Anästesist, der auch die Kanüle gelegt hatte und erklärte mir, dass er nun in meiner Achselhöhle den Nerv namens Plexus anhand von Stromimpulsen suchen würde und den Nerv dann mit einer Injektion betäuben würde. Ein Pfleger hielt meinen Arm nach oben angewickelt fest und der Arzt suchte zunächst manuell, also ohne strom, in meiner Achselhöhle nach dem Nerv. Nachdem er glaubte, er habe ihn gefunden, ließ er, nach Ankündigung, Strom fließen.

Ich hatte ein Kribbeln erwartet, aber der Effekt war überraschen anders. Verschiedene Stellen in meiner Hand und einzelne Finger zuckten plötzlich ohne das ich willentlich etwas dafür tat. Das hatte etwas von ferngesteuert werden. Ich fand es merkwürdig aber auch irgendwie lustig, wenn auch etwas schmerzhaft. Der Arzt allerdings war nicht zufrieden mit seinen Künsten und so wurde der Chefanästhesist dazu gerufen. Selbiger ging etwas beherzter an die Sache heran, was für mich hieß, dass es auch etwas schmerzhafter zuging. Schließlich war er aber mit einer Nervenfundstelle zufrieden und injizierte das Betäubungsmittel.

Anmerkung:
Bei der zweiten Operation, also der Operation der linken Hand, wurde diese Prozedur genauso, aber von einem anderen Arzt, durchgeführt. Dabei war das Suchen des richtigen Nerves mittels Stromimpuls wesentlich schmerzhafter, weil – so vermute ich – mit einer grösseren Strommenge gearbeitet wurde. Vorteil war aber, dass der richtige Nerv viel eindeutiger identifiziert werden konnte. Auch das Einspritzen des Betäubungsmittels war ziemlich schmerzhaft, weil der hohe Strom dabei auf dem Nerv beibehalten wurde und das Ganze nun mal einige Zeit dauert.
Diese etwas brutale Vorgehensweise zollte wohl dem Umstand Tribut, dass an diesem Tag ein extremer Personal-, Zeit- und Platzengpass im Operations-Bereich und auf der Intensivstation herrschte. Deshalb wollte der Arzt unbedingt vermeiden, dass eine Vollnarkose notwendig wird und wollte sichergehen, dass die regionale Anästhesie klappt. Das hat er mir auch vorher erklärt und mir war es natürlich recht. Dass es mit erhöhten Schmerzen einhergehen würde, sagte er nicht und das war wahrscheinlich auch gut so. Es waren ja nur ein paar Sekunden (und gefühlte Minuten).

Das Betäubungsmittel war gespritzt und am nun hieß es wieder warten. Ich wurde nach kurzer Zeit wieder in den großen Saal vor den Operationsräumen geschoben und harrte der Dinge, die da kommen mögen.

Im nächsten Teil Nr. 8 der Operationsvorbereitungen berichte ich über einen kleinen menschlichen Zwischenfall.


Hier geht’s weiter:

vorheriger Bericht:
6.) Vorbereitungen am Operationstag Teil 1
nächster Bericht:
8.) Vorbereitungen zur Operation Teil 3 mit Intermezzo